Ein hart erkämpfter Derbysieg

Die Zweibrücker Löwen gewinnen auch ihr drittes Heimspiel in Serie und bauen ihre Siegesserie auf vier Spiele aus. Gegen den TuS KL-Dansenberg mussten sie sich allerdings ganz schön strecken und feierten am Ende einen knappen 27:25 (13:13)-Derbysieg. Bester Zweibrücker Werfer war Stephan Jahn mit sechs Treffern.

Regionalliga Südwest · Samstag, 24.10.2026

27:25

Zweibrücker Löwen – TuS KL-Dansenberg

Halbzeit 13:13 · Beste Werfer: Stephan Jahn 6 Treffer (SG Zweibrücken), Marco Holstein 8 Treffer (TuS KL-Dansenberg) 

Nach dem Spiel waren sich alle einig: Die Zuschauer in der sehr gut besuchten Westpfalzhalle haben am Samstagabend eine tolle Partie gesehen. Es war ein Derby, wie man es sich wünscht: intensiv, ausgeglichen, spannend und auch spielerisch sowie taktisch auf einem guten Niveau. Beide Mannschaften ließen sich einiges einfallen, um den Gegner nicht zu seinem Spiel kommen zu lassen. „Ich glaube, es war für alle ein sehr spannendes und aufreibendes Spiel“, sagte TuS-Coach Patrick Schulze nach der Partie. Nach dem eindrucksvollen Erfolg der Zweibrücker in der Vorwoche hatte er sich zwei Optionen zurechtgelegt, mit denen er den Rosenstädtern den Wind aus den Segeln nehmen wollte. „Wir haben das gemacht, was wir die ganze Woche über trainiert haben. Wir wollten mit dem siebten Feldspieler das Zweibrücker Konzept und die starke Abwehr herausnehmen und Tim Eisel bei der zweiten Welle wegnehmen, bevor wir in die 6:0-Deckung gehen. Das hat alles funktioniert. Riesen Respekt an meine Mannschaft, die es auch toll umgesetzt hat. Ich glaube, wir haben es ihnen heute sehr schwer gemacht zu gewinnen“, sagte Schulze und erhielt dafür Zustimmung von allen Seiten.

„Als Stephan Jahn emotional Überwasser bekommt, hinten in der Deckung die Big Plays macht und zweimal ins leere Tor trifft, Dansenberg zur Auszeit zwingt, da haben wir das Spiel emotional in den Griff bekommen.“

Martin Schwarzwald, Trainer der Zweibrücker Löwen

„Dass es zur Halbzeit unentschieden stand, lag einzig und allein daran, dass Dansenberg sehr gut vorbereitet war und uns vor Probleme gestellt hat, die wir bislang so noch nicht kannten. Nichtsdestotrotz wussten wir, dass Dansenberg eine sehr spannende Mannschaft ist, die an einem guten Tag jeden schlagen kann. Ich glaube, heute haben wir einen guten Tag gesehen, und man muss auch dem Gegner Respekt zollen für diese Leistung“, analysierte Löwen-Coach Martin Schwarzwald die Partie bei der anschließenden Pressekonferenz.

Spielverlauf

In den ersten Minuten sah es zunächst so aus, als würden die Gastgeber ihrer Favoritenrolle früh gerecht werden. 4:1 stand es nach knapp sieben Minuten, etwas später dann 5:2 (9.). Doch man merkte schon früh, dass es keine einfache Partie werden würde: Der erneut starke Damian Zajac im Zweibrücker Tor musste bereits einige gute Paraden zeigen. Mit 15 entschärften Bällen war er einer der Matchwinner auf Seiten der Löwen. Aber auch der TuS hatte mit Michael Hoppe einen starken Rückhalt. Michael Hoppe wurde mit zunehmender Spieldauer immer mehr zum Albtraum der Hausherren. Insgesamt kam er auf 16 Paraden und hielt gleich drei Siebenmeter. Auch dank ihm kippte in der zehnten Minute die Partie. Der Rückraum der Löwen um Nils Wöschler, Tim Eisel und Tom Ihl, der noch in der letzten Woche so stark aufspielte, fand überhaupt nicht mehr in die Partie, was vor allem an der guten Deckungsarbeit der Gäste lag.

Auf der anderen Seite hatte der TuS mit Marco Holstein, der nicht nur als Torschütze in Erscheinung trat, sondern auch viele Lücken riss, und Vincent Uben gleich zwei gute Rückraumspieler. Zusammen mit Linksaußen Timo Holstein teilten sie sich die Gästetore untereinander auf. So kippte die Partie langsam, und in der 15. Minute führten die Gäste aus Dansenberg erstmals mit 6:7. Sie erhöhten wenig später auf 6:8 und hielten diesen Vorsprung bis in die Schlussphase. Dies gelang ihnen auch, weil die Rosenstädter in dieser Phase gleich zwei Siebenmeter liegen ließen und auch freie Würfe auf das leere Gästetor nicht ihr Ziel fanden. So führte der TuS bis zur 27. Minute mit 10:12, ehe die Zweibrücker mehr Kaltschnäuzigkeit an den Tag legten. Bis zur Halbzeit gelang es ihnen, den Rückstand zu egalisieren.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Hausherren zunächst besser ins Spiel und führten in der 33. Minute mit 15:13. Doch die junge TuS-Mannschaft blieb ruhig und hatte mit Hoppe weiterhin einen starken Rückhalt. Mit drei Treffern in Serie gingen sie in der 40. Minute mit 16:17 in Führung. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Hausherren zusätzlich durch die rote Karte gegen Tom Ihl geschwächt. Schwarzwald reagierte und nahm eine Auszeit.

Mit Zwischensprint auf Siegerstraße

Für Ihl kam jetzt der junge Matteo Weber, der seine Sache im rechten Rückraum richtig gut machte. Wie aus dem Nichts rissen die Zweibrücker nun die Partie an sich. In den sechs Minuten nach der Auszeit legten sie einen starken 6:0-Lauf hin und führten in der 48. Minute mit 22:17.

Dieser Sprint brachte die Hausherren auf die Siegerstraße – auch, weil sie im Angriff wieder mehr Durchschlagskraft entwickelten. Wöschler verteilte die Bälle und Tim Eisel fand zu seinem Spiel. Seine Dynamik riss ein ums andere Mal Lücken in der guten Gästedeckung. 26:21 stand es knapp sieben Minuten vor dem Ende, ehe Patrick Schulze mit seiner letzten Auszeit die Partie wieder spannend machte. Seine Mannschaft warf noch einmal alles hinein und verkürzte bis drei Minuten vor dem Ende auf 27:25. Die Partie drohte erneut zu kippen, auch weil die Hausherren erneut Nerven bei Siebenmetern und freien Würfen zeigten. Am Ende hielten sie sich jedoch schadlos und feierten den Derbysieg ausgelassen.

„Eine Mannschaft, die den Anspruch hat, zu den Top-Teams zu gehören, entscheidet auch die schweren und knappen Spiele für sich“, sagte Schwarzwald nach der Partie. Seine Jungs haben das an diesem Abend gezeigt. Die nächste sehr schwere Herausforderung wartet jedoch bereits auf sie. 

Ausblick

Kommendes Wochenende werden sie von der HSG Dudenhofen/Schifferstadt empfangen, die mit 12:2 Punkten von der Tabellenspitze grüßt.

Für die SG Zweibrücken spielten

Tor: Damian Zajac (1-60, 15 Paraden, darunter ein Siebenmeter), Norman Dentzer (n.e.)

Feld: Stephan Jahn 6, Louis Ringle 4, Lars Gräbel 4/4, Collin Eden 3, Lukas Kondziela 3, Tim Eisel 2, Nils Wöschler 2/1, Matteo Weber 2, Philipp Hammann 1, Julian Weber, Nico Graeber, Samuel Reitz, Tom Ihl, David Rios Potrony

Saarlandstr. 18–22, 66482 Zweibrücken +49 6332 91014-88 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.