Man konnte sich nur noch die Augen reiben. Am Samstag empfingen die Zweibrücker Löwen mit der HSG Kastellaun/Simmern den Tabellenführer und bislang besten Angriff der Regionalliga Südwest. Mit einer überragenden Leistung von der ersten bis zur letzten Sekunde erspielten sie sich einen eindrucksvollen 39:23 (18:10)-Heimerfolg, über den man auch lange nach Spielschluss staunte. Bester Werfer der Partie war Nils Wöschler mit zehn Treffern, davon sieben vom Strich.
"Ein tolles Ergebnis und ein großes Kompliment an die Jungs! Gegen so einen Gegner kann nur ein solches Ergebnis erzielt werden, wenn viele Rädchen ineinandergreifen. Deshalb ist es ein absoluter Teamerfolg, auf den die Jungs stolz sein können“, freute sich SG-Trainer Martin Schwarzwald nach der Partie. Was seine Jungs in den vorangegangen 60 Spielminuten auf das Parkett gebracht haben, war nahe an der Perfektion und genau das, wo die Reise hingehen soll. „Das war heute einfach wir“, so der Löwen-Coach, der seine Mannschaft unglaublich dominant sah und vor allem in der ersten Halbzeit mit überragender Abwehrarbeit den besten Angriff der Liga aus dem Spiel nahm.
Den Zweibrücker Löwen war von der ersten Sekunde an die Anspannung und Vorfreude auf die Partie anzumerken. Wie elektrisiert warteten sie nur darauf, dass das Spiel endlich losging, und genau damit schienen sie den Gästen den Schneid abzukaufen. Nach dem 1:0 durch den achtfachen Torschützen Lukas Kondziela, der auf Rechtsaußen eine sehr gute Partie zeigte, konnten die Gäste ein erstes und letztes Mal ausgleichen. Nur wenige Sekunden nach dem Führungstreffer glich Josip Grbavac, mit neun Treffern bester HSG-Werfer, aus. Es waren noch keine fünf Minuten gespielt, da führten die Hausherren bereits mit 5:1. Etwas Hoffnung für die Gäste kam auf, als sie zunächst auf 5:3 (6. Minute) und später auf 6:4 (7. Minute) verkürzen konnten. Wenig später hatten sich die Löwen aber wieder deutlicher auf 9:4 abgesetzt – da waren noch keine zehn Minuten gespielt. Gästetrainer Mirza Cehajic versuchte, Einfluss auf das Spiel zu nehmen, indem er immer wieder die Besetzung und Positionen seiner Spieler veränderte. Grundsätzlich kann man nicht sagen, dass seine Mannschaft schlecht gespielt hat, aber die Löwen waren so bissig und gut vorbereitet, dass sie jegliche Hoffnung im Keim erstickten – vor allem in der Abwehr. David Rios Potrony zeigte eine herausragende Abwehrleistung und war, gerade in Verbindung mit Tim Eisel und Stephan Jahn, einer der Schlüssel dafür, dass die Gäste und deren Rückraum nie in einen Lauf kamen. Dass man nicht alles verhindern kann, spielte am Samstag aber keine Rolle, denn mit Damian Zajac hatten die Löwen einen ganz starken Rückhalt. In 50 Spielminuten hinterließ er mit 13 Paraden einen hervorragenden Eindruck. Bis zum 10:7 in der 20. Spielminute blieben die Gäste noch halbwegs dran, ehe die Löwen noch einen Gang hochschalteten. Mit 18:10 führten sie zur Halbzeit auch in der Höhe verdient.
„Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt, dass das Ergebnis so steht, liegt vor allem an uns“, so Schwarzwald – und damit hatte er vollkommen Recht. Sowohl auf der Tribüne als auch in der Presse war man sich einig, dass die Gäste keineswegs schlecht waren und durchaus das Rüstzeug hatten, hier mehr zu holen. Aber die Zweibrücker Löwen spielten am eigenen Limit und ließen auch in der zweiten Halbzeit nicht nach. Nils Wöschler verteilte im Angriff die Bälle und initiierte mit gewohnter Leichtigkeit die Aktionen. An seiner Seite hatte er mit Tom Ihl und vor allem Tim Eisel viel Power, die kaum zu halten war. Und vor allem hatten die Jungs keine Lust, auch nur ein bisschen vom Gaspedal zu gehen. In der 46. Minute führten sie bereits mit 30:18, die Gäste versuchten weiterhin, dagegenzuhalten, und hatten die zweite Halbzeit zu Beginn noch ausgeglichen gestalten können; ab Mitte der zweiten Hälfte gelang ihnen dies jedoch nicht mehr. Cehajic wechselte jetzt viel und gab auch den jüngsten Spielern im Kader etwas Spielzeit. Die Zweibrücker bestraften dies gnadenlos und schraubten den Vorsprung immer weiter hoch. Jeder, der eingewechselt wurde, zeigte sich von seiner besten Seite. So auch der Routinier im Tor, Norman Dentzer, der nach 51 Minuten eingewechselt wurde und vier von sechs Würfen, teilweise völlig frei, entschärfen konnte. Am Ende stand ein gleichermaßen eindrucksvoller wie verdienter 39:23-Heimerfolg.
Am kommenden Samstag empfangen die Rosenstädter den TuS KL-Dansenberg zum Westpfalz-Derby und wollen ihren vierten Sieg in Folge einfahren.
Für die SG Zweibrücken spielten:
Damian Zajac (1-50, 13 Paraden), Norman Dentzer (51-60, 4 Paraden) im Tor,
Nils Wöschler 10/7, Lukas Kondziela 8, Stephan Jahn 6, Tim Eisel 6, Tom Ihl 3, Collin Eden 2, David Rios Potrony 2, Matteo Weber 1, Louis Ringle 1, Philipp Hammann, Julian Weber, Nico Graeber, Samuel Reitz, Lars Gräbel






















