Zum Jahresauftakt mussten sich die Handballerinnen der SG Zweibrücken gegen den Topfavoriten HSG Marpingen/ Alsweiler mit 23:30 geschlagen geben. Trotz der Niederlage bewiesen die Löwinnen aber großen Kampfgeist und erreichten in der zweiten Hälfte nach einem Pausenstand von 10:17 sogar ein Unentschieden.
„Phasenweise war das heute wirklich schon gut. Wir wussten das Marpingen ein starker Gegner ist und wir einen echten Sahnetag brauchen. Katrin Hoffmann und Vera Jänicke konnten krankheitsbedingt die ganze Woche nicht trainieren und waren heute daher natürlich auch nur begrenzt einsetzbar. Dafür haben die Mädels das wirklich ordentlich gemacht“, zieht SG-Trainer Rüdiger Lydorf einiges Positives aus der Partie. „Wir haben uns vorgenommen heute alles reinzuhauen und die Mädels haben wirklich bis zum Schluss gekämpft.“
Dass die Marpingerinnen in Zweibrücken nichts anbrennen lassen wollten, zeigte sich schon im Vorhinein in der Kaderbesetzung. Mit einem vollbesetzten 16-Mann-Kader liefen die Saarländerinnen in der Zweibrücker Ignaz-Roth-Halle auf. Darunter auch Solveig Petrak, die normalerweise für die erste Mannschaft der Moskitos in der Regionalliga auf Torejagd geht. Doch auch die Rosenstädterinnen wollten im ersten Spiel des Jahres zeigen was sie können und alles reinwerfen, um Marpingen die Stirn zu bieten, was ihnen am Anfang gut gelang. Lea Bullacher holte in den ersten beiden Angriffen direkt zwei Siebenmeter raus die Teresa Wenzel im Nachwurf und Lejla Carkadzija erfolgreich verwandelten. Damit gingen die Hausherrinnen gleich mit 2:1 in Führung. Doch auch Marpingerin Deborah Lux traf vom Siebenmeterpunkt und glich zum Unentschieden aus. Im Gegenzug lieferte aber Teresa Wenzel die prompte Antwort und brachte ihr Team erneut in Führung (3:2; 5. Spielminute).
Jetzt waren es aber zunächst die Gäste, die die Oberhand gewannen. Vorne im Angriff verloren die Zweibrückerinnen durch Fehlwürfe und technische Fehler an Effizienz, was die Marpingerinnen direkt für ihr berüchtigtes Tempospiel nutzten. Auch in der Abwehr kamen die Gastgeberinnen nicht mehr so gut in den Zugriff. Mit einem 0:6 Lauf drehten die Gäste so nicht nur das Spiel, sondern setzten sich gleich auf 3:8 ab (12. Spielminute). SG-Trainer Rüdiger Lydorf reagierte sofort und beantragte eine Auszeit, die ihre Wirkung zeigen sollte. Bis zur zwanzigsten Spielminute kämpften sich die SG-Handballerinnen wieder zurück ins Spiel und verkürzten auf 8:10. Katrin Hoffmann führte jetzt klug Regie und brachte die gegnerische Abwehr mit dynamischen Eins-gegen-Eins Aktionen in Bewegung. In den letzten zehn Minuten zeigte dann die Marpinger Erstmannschaftsspielerin Solveig Petrak ihr ganzes Können. Sie traf nicht nur selbst gleich vier Mal, sondern setzte ebenso ihre Mitspielerinnen gut in Szene und war dadurch einer der Ausschlaggebenden Faktoren, durch den es die Gäste schafften die zwei Tore Führung bis zum Pausenpfiff auf sieben Tore zu erweitern.
Die zweite Hälfte war aus Zweibrücker Sicht geprägt von Höhen und Tiefen. Zunächst waren es wieder die Gäste aus Marpingen, die an das Ende der zweiten Halbzeit anknüpften und ihre Führung weiter erhöhten. In der 38. Minute traf die mit sieben Treffern beste Torschützin des Spiels zur ersten zehn Tore Führung der Moskitos (12:22), die sie bis zur letzten Viertelstunde verwalteten (16:26; 46. Spielminute). Doch die Zweibrückerinnen warfen trotz der bereits so gut wie entschiedenen Partie alles rein und zeigten bis zum Schluss höchstes Engagement. Das zeigte sich im letzten Viertel auch im Spielverlauf. Die Löwinnen fassten jetzt im Angriff wieder den Mut mit Dynamik in die Lücken zu gehen und konnten häufig nur mit siebenmeterwürdigen Fouls gestoppt werden. Mit vier Treffern in Folge, davon dreimal Lejla Carkadzija per Strafwurf, verkürzten die Hausherrinnen bis zur 53. Spielminute auf sechs Tore (20:26), die sie dann auch über die Zeit brachten. In den letzten Spielminuten lieferten sich beide Teams noch einen offenen Schlagabtausch bis zum Endergebnis von 23:30.
Nächstes Wochenende sind die Zweibrückerinnen nun erstmal spielfrei, bevor sie in zwei Wochen ins Köllertal reisen.
Es spielten:
Leonie Hoffmann und Diana Späth im Tor
Vera Jänicke 2, Ella Hartfelder 4, Milla Hoffmann, Lea Bullacher 3, Katrin Hoffmann 3, Emma Klein, Teresa Wenzel 3, Anna Sommer 1, Lejla Carkadzija 6/4, Celina Jag 1, Charlotte Krauß
Siebenmeter: 4/6, 4:5; Zeitstrafen: 1/1
Schiedsrichter: Mayer/ Lentes