Die Handballfrauen der SG Zweibrücken verkauften sich am Sonntag im Spiel gegen den Tabellenzweiten HG Saarlouis gut und verloren trotz Personalsorgen nur knapp mit 25:28. Dabei hatte die Partie die ein oder andere Überraschung parat. Wer am Sonntag in der Westpfalzhalle war, um die Handballerinnen der SG Zweibrücken bei ihrem Spiel zu unterstützen, konnte nämlich ein altbekanntes Gesicht im SG-Team erkennen. Rebecca Knoll, die in der Saison 2022/23 für die Löwinnen in der Regionalliga spielte, half den Rosenstädterinnen in ihrer Verletzungsmisere nach zwei Jahren Handballpause kurzfristig aus – ein Unterfangen, das an Spontanität wohl kaum zu überbieten war.
„Ich habe Rebecca am Samstag zufällig beim Spazieren gehen getroffen. Wir haben uns kurz unterhalten und sie hat mir erzählt, dass sie das Handballspielen vermisst. Daraufhin habe ich sie gefragt, ob sie nicht spontan Lust hat bei uns zu spielen“, erzählte Co-Kapitänin Lea Bullacher. Aus Spaß wurde Ernst und nach einem Telefonat mit Trainer Rüdiger Lydorf war die spontane Rückkehr von Knoll beschlossen. Die 20-Jährige verließ vor zwei Jahren ihre Heimatstadt Zweibrücken, um in Mozambique einen Freiwilligendienst zu absolvieren. Nach einem Jahr kehrte sie nach Deutschland zurück und nahm im Oktober ihr Studium zur Internationalen Sozialen Arbeit in Ludwigsburg auf. Ihren zweiten Lebensmittelpunkt hat sie in Südafrika, wo unter anderem auch ihr Freund wohnt, den sie beim Reisen, während ihres Auslandsjahrs kennengelernt hat. Dort wird sie dieses Jahr auch ihr Auslandssemester absolvieren.
„Ich wollte mir das Spiel sowieso anschauen. Als ich dann Lea getroffen habe, dachte ich mir warum eigentlich nicht. Und es hat auch echt Spaß gemacht nochmal mit den Mädels auf der Platte zu stehen, auch wenn mir morgen wahrscheinlich alles wehtut“, erzählt Knoll lachend. Doch auch ohne Training konnte sich ihr erster Einsatz nach zwei Jahren sehen lassen. Gleich fünf Mal traf die Rückraumspielerin für die Löwinnen und gab den SGlerinnen die nötige Entlastung. Für die ganz große Überraschung reichte es am Ende dann aber nicht.
Die Löwinnen hielten gut mit dem Favoriten aus Saarlouis mit. In der Anfangsphase holten sie innerhalb von zwei Minuten einen 1:5 Rückstand auf (4:5; 11. Spielminute). Doch dann schlich sich der Fehlerteufel ins Zweibrücker Spiel auf. Gepaart mit einem schlechten Rückzugsverhalten lud das die Gäste zu einem 0:5 Lauf ein (4:10; 16. Spielminute). Bis zur 23. Spielminute erhöhten sie sogar auf 6:15 und es drohte ein Desaster. Doch jetzt kam die mit sieben Treffern beste SG-Torschützin Vera Jänicke. Aus einer guten Teamabwehr heraus war sie es, die mit starken Zweikampfaktionen immer wieder den Weg zum Saarlouiser Tor fand und einnetzte. Mit einem fulminanten 6:0-Lauf (fünf Mal Jänicke) starteten die Hausherrinnen ihr Comeback und verkürzten bis zur Halbzeitpause auf 12:15.
In der zweiten Hälfte lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. In der 54. Spielminute traf Ella Hartfelder per Siebenmeter zum 22:24 und machte das Spiel nochmal richtig spannend. Doch ihre Chancen das Spiel nochmal ganz zu ihren Gunsten zu drehen, ließen die Zweibrückerinnen ungenutzt und Saarlouis gewann am Ende mit 25:28.
„Auch wenn es heute nicht gereicht hat, bin ich wirklich stolz auf das Team. Wir haben uns super zurückgekämpft und uns am Ende gegen den Tabellenzweiten wirklich gut verkauft. Da wollen wir nächste Woche weitermachen“, zeigte sich Lydorf trotz Niederlage zufrieden.
Nächsten Samstag geht es für die SG-Frauen weiter beim Tabellenletzten ATSV Saarbrücken.
Es spielten:
Christina Grünewald und Diana Späth im Tor;
Vera Jänicke 7, Ella Hartfelder 4/1, Anna Sommer 2, Lejla Carkadzija 2, Charlotte Krauß 2, Emma Klein, Lea Luga 3, Rebecca Knoll 5
Siebenmeter: 1/2 - 3/3; Zeitstrafen: 7– 3; Zuschauer: k.A.
Schiedsrichter: Lentes (Oberthal)/ Mayer (Elm-Sprengen)