Hätte man den Zweibrücker Handballerinnen vor Rundenbeginn gesagt mit welcher Mannschaft sie die letzten vier Wochen der Saison bestreiten würden, hätten sie es wahrscheinlich für einen schlechten Scherz gehalten. Doch das Glück scheint in der letzten Zeit nicht auf ihrer Seite zu sein. Schon letztes Wochenende mussten die Rosenstädterinnen nach den Verletzungen von Lucy Hilz (Kreuzband), Lea Edrich (Kreuzband), Katrin Hoffmann (Knieverletzung) und Celine Jag (Nasenbruch) und ohne die beiden erkrankten Emma Klein und Gina Conrad mit lediglich einem Auswechselspieler antreten. Zur Mitte der Woche kam nun die nächste Hiobsbotschaft. Co-Kapitänin Lea Bullacher, die nach einer Kollision im Spiel gegen Birkenfeld im Januar mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, bekam nun die verspätete Diagnose „Teilruptur des vorderen Kreuzbands“, die die Saison auch für sie vorzeitig beendet. Somit schrumpft der Kader der Zweibrückerinnen weiter und weiter.
„Diese Saison ist was unsere personelle Situation angeht, wirklich der Wurm drin. Wir versuchen in den verbleibenden Wochen weiterhin das Beste aus der Situation zu machen und positiv zu bleiben. Dennoch müssen wir keinen Hehl daraus machen, dass die Restsaison in unserer aktuellen Personallage eine große Herausforderung wird. Für uns gilt es jetzt weiter als Team zusammenzuhalten und die Runde ohne weitere Verletzungen zu überstehen“, erkennt SG-Trainer Rüdiger Lydorf die verzwickte Lage.
In der schwierigen Situation kommt am Sonntag auch noch eines der Spitzenteams der Liga nach Zweibrücken. Die HG Saarlouis steht aktuell auf dem zweiten Tabellenplatz. Mit 28:6 Punkten haben sie vier Punkte Rückstand auf den Tabellenführer HSV Merzig/ Hilbringen und ist damit eins der wenigen Teams, das den Merzigerinnen noch die Meisterschaft streitig machen könnte. Um ihre Chance auf den Titel aufrechterhalten zu können, müssen die Saarlouiserinnen ihre nächsten Spiele aufjedenfall für sich entscheiden und sind daher wahrscheinlich hochmotiviert für den Saisonendspurt.
Dass sie motiviert und gut in Form sind bewiesen sie bereits letzte Woche im Verfolgerduell gegen die HSG Marpingen/ Alsweiler. Die HG-Handballerinnen dominierten die Partie gegen ihren direkten Tabellennachbarn und gewannen zuhause haushoch mit 37:22. Damit setzten sie ein klares Ausrufezeichen im Verfolgungskampf und gehen sicherlich mit Rückenwind in das anstehende Spiel.
Für die Zweibrückerinnen gilt es aber wieder einmal sich auf sich selbst zu konzentrieren und Lösungen für ihre aktuelle Situation zu finden. Gerade in der Abwehr fallen ihnen mit Celine Jag und Lea Bullacher zwei feste Größen weg, die es in den kommenden Wochen zu kompensieren gilt. „Es werden jetzt wieder andere Spielerinnen gefragt sein, sich einer neuen Aufgabe zu stellen und den nächsten Schritt zu gehen. Anna Sommer hat das die letzten Wochen sehr gut vorgemacht und sich auf der Halbabwehrposition nochmal ein großes Stück weiterentwickelt“, sieht Lydorf die Situation auch als Chance zur Weiterentwicklung.
Anpfiff ist am Sonntag um 16 Uhr in der Westpfalzhalle.