Löwen retten Punkt

Aus Zweibrücker Sicht hat es mit dem ersten doppelten Punktgewinn nicht geklappt, doch es war eine Partie, in der die Löwen aus Zweibrücken einmal mehr ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis gestellt haben. Es waren nur noch 48 Sekunden zu spielen, als die Rosenstädter mit 27:29 zurücklagen. Am Ende erreichten sie dank eines starken Finishs doch noch das Unentschieden. Mit einem 29:29 (10:10) trennten sie sich von der HSG Rhein-Nahe Bingen. Bester Werfer der Partie war Collin Eden mit acht Treffern. 

„In meiner Brust schlagen zwei Herzen“, sagte SG-Trainer Martin Schwarzwald nach der Partie. Man habe sich zwar mehr erhofft, sei nach dem Spielverlauf aber am Ende nicht unzufrieden. „Es ist nicht selbstverständlich, bei drei Toren Rückstand kurz vor dem Ende noch einen Punkt zu holen“, so Schwarzwald. Seine Mannschaft lag zwischenzeitlich, knapp zehn Minuten vor dem Ende, noch mit vier Treffern im Rückstand. Etwas mehr als zwei Minuten vor dem Ende waren es immer noch drei. Und doch kam die Mannschaft nochmal zurück und sicherte sich das Unentschieden in einer gerade in der zweiten Halbzeit sehr hektischen Partie. „Ich weiß nicht, wann und ob wir hier mal gepunktet haben. Dementsprechend ist die Freude bei uns groß. Am Ende war das Spiel sehr zerfahren und es ist auch mir nicht mehr gelungen, mehr Ruhe reinzubekommen. Dennoch bin ich mit der Leistung der Mannschaft zufrieden“, sagte Markus Herberg, der die HSG Rhein-Nahe Bingen seit neun Jahren als Trainer betreut. Seine Jungs haben es sehr gut gemacht und die vielen kleinen Fehler der Löwen bestraft. Zudem hatten sie in Luca Hilsdorf einen ganz starken Rückhalt, der auf insgesamt 14 Paraden kam – vor allem in der ersten Hälfte. 

Die Anfangsphase der Partie war auf beiden Seiten von vielen Fehlern und Fehlversuchen geprägt. Nach fast acht gespielten Minuten warf Ben Oliver Schwindt die Löwen beim Stand von 2:1 erstmals in Führung. In dieser Phase stand die Abwehr sehr stabil und Damian Zajac im Tor der Löwen zeigte sich ebenfalls gut aufgelegt. In der 14. Minute stand es deswegen auch leistungsgerecht 5:2.Doch die Zweibrücker vergaben in der Folge immer wieder klarste Chancen und ließen viele Bälle liegen. Das lag aber auch an der starken Leistung von Hilsdorf, der ganze elf Paraden in der ersten Halbzeit zeigte. So blieben die Gäste immer dran und nutzten eine Zeitstrafe gegen die Hausherren, um bis zur Halbzeit zum 10:10 auszugleichen. 

Die Trainer fanden für den zweiten Abschnitt zumindest für den Angriff die richtigen Worte. Vor allem die Mannschaft aus Bingen schien jetzt etwas wacher. In der 39. Minute führten sie plötzlich mit 13:16, doch die Zweibrücker verfielen nicht in Hektik. Sie fanden jedoch nicht so richtig die Mittel gegen die Mannschaft von Markus Herberg. Immerhin gelang es Neuzugang Collin Eden mit starken Einzelaktionen immer wieder, Lücken zu reißen. Doch egal, was die Zweibrücker in der Abwehr auch versuchten, die Gäste fanden Lösungen und hielten so den Vorsprung bis in die Schlussphase. In den Schlussminuten entschied sich Martin Schwarzwald früh dazu, offensiv in Deckung raus zu gehen, und setzte auf eine Manndeckung. Das schien die langsam müde werdenden Gäste zu beschäftigen. Der verdiente Lohn war am Ende der Ausgleich durch Lars Gräbel zum 29:29. 

Auch wenn man sich mehr erhofft hatte, war dieses Unentschieden dennoch ein wichtiges und gutes Zeichen der Mannschaft. Die Löwen haben gezeigt, dass man sie nie abschreiben darf, denn sie können jederzeit einen Lauf hinlegen und Spiele drehen. Zwei Mal waren sie fast geschlagen, zwei Mal kamen sie zurück. Jetzt gilt es nur noch, den Schlüssel zu finden, um mehr Konstanz in die eigenen Leistungen zu bringen. 

Für die SG Zweibrücken spielten:

Damian Zajac (8 Paraden), Norman Dentzer (eine Parade) im Tor

Collin Eden 8, Nils Wöschler 5/2, Tim Eisel 4, Ben Oliver Schwindt 4, Evan Latrell Gordon 2, Lukas Kondziela 2, Lars Gräbel 2, Matteo Weber 1, Tom Ihl 1, Philipp Hammann, Julian Weber, Nico Graeber, Stephan Jahn, David Rios Potrony

 

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