Die Zweibrücker Handballer sind zu Hause weiterhin eine Macht. Gegen den TuS KL-Dansenberg feierten sie ihren elften Sieg im elften Spiel und ließen nichts anbrennen. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigen die Jungs von Trainer Martin Schwarzwald, warum sie zurecht auf dem zweiten Tabellenplatz der Regionalliga Südwest stehen. Beim klaren und verdienten 33:25 (18:10)-Sieg gegen den TuS war Kreisläufer Samuel Reitz mit acht Treffern der überragende Mann, der allerdings droht längere Zeit auszufallen.
„Die ersten 30 Minuten meiner Mannschaft waren richtig stark. Es war beeindruckend, wie die Jungs nach vorne gegangen sind und wie viel sie investiert haben“, freute sich Schwarzwald, der vor der Partie noch einmal betont hatte, dass man den Ball noch mehr laufen lassen wolle. „Sie haben sich nicht festmachen lassen, sondern es immer wieder geschafft, den zweiten und dritten Ball weiterzuspielen. Das hat mir super gefallen“, so Schwarzwald. Die Zweibrücker zeigten sich in ihren Angriffsbemühungen sehr variabel und waren gerade in der ersten Halbzeit für die TuS-Abwehr kaum zu greifen. Mit jedem Pass zogen sie in hohem Tempo die Abwehr der Gäste weiter auseinander und verwandelten dann zumeist sehr sicher. Vor allem Kreisläufer Samuel Reitz war Nutznießer und Grund für den Zweibrücker Angriffswirbel. Insgesamt erzielte er acht Treffer und holte zudem noch einige Siebenmeter für seine Mannschaft heraus. Auch in der Abwehr wusste er zu überzeugen und konnte mit drei Steals auf sich aufmerksam machen. Leider verletzte er sich zehn Minuten vor dem Ende, als er beim Gegenstoß unglücklich umknickte. Nun droht er der nächste Zweibrücker zu sein, der diese Saison ausfällt.
Die SG Zweibrücken brauchte nicht lange, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Der SG-Express schaltete nach Ballgewinnen schnell um und suchte mit hohem Tempo seine Chance. Nils Wöschler bewies einmal mehr, dass er für diese Mannschaft nicht nur als Torschütze, sondern vor allem als Dirigent und verlängerter Arm seines Trainers einen hohen Stellenwert hat. Er entschied, wann es an der Zeit war, das Tempo zu erhöhen und wann es besser war, es herauszunehmen. Nachdem die Abwehr in Bewegung gebracht worden war, suchten er und seine Mitspieler oftmals Samuel Reitz am Kreis – und fanden ihn. Als es nach knapp zehn Minuten bereits 6:2 für die Hausherren stand, zückte die Dansenberger Bank die grüne Karte. In der Folge versuchten die Gäste, die Kreise von Wöschler einzugrenzen, und gingen offensiver gegen ihn vor. Da die Zweibrücker Deckung sich in diesem Moment nicht so sattelfest wie gewohnt zeigte, zückte dann auch Schwarzwald beim Stand von 8:5 (14.) die grüne Karte. Er fand die richtigen Worte, und seine Mannschaft legte einen 4:0-Lauf hin. In der 18. Minute führten sie mit 12:5. Zwar konnten die Gäste den Lauf etwas abbremsen, stoppen konnten sie ihn jedoch nicht. Bis zur Halbzeit bauten die Gastgeber ihren Vorsprung auf 18:10 aus.
In der zweiten Halbzeit fanden die Zweibrücker zunächst nicht mehr ganz in ihr Spiel. Das lag auch daran, dass sie sich innerhalb von zehn Minuten gleich drei Zeitstrafen einhandelten. In dieser Phase leisteten sie sich ungewöhnlich viele einfache Fehler und scheiterten gleich zweimal mit Würfen auf das leere Dansenberger Tor, weil es den TuS-Torhütern nicht gelang, früh genug ins Tor zurückzukehren. So verkürzten die Gäste bis zur 41. Minute auf 22:18.
„Das sind die Schattenseiten unseres Systems. Es kann nur funktionieren, wenn wir hundert Prozent geben. Wenn wir nur 95 Prozent geben, wird es schon schwer“, erklärte Schwarzwald, der bis auf diese Phase aber wenig auszusetzen hatte. Danach fanden die Löwen aber wieder in die Spur und ließen in der Folge nichts anbrennen. Sechs Minuten vor dem Ende debütierte dann noch Dennis Buchner im Zweibrücker Tor. Er wurde für den guten Damian Zajac eingewechselt und war der Ersatz für Norman Dentzer, der seit Mitte der Woche wegen muskulärer Probleme pausieren muss. „Ich bin super froh für Dennis“, freute sich Schwarzwald, denn der junge Torhüter war direkt voll da und entschärfte drei Bälle, darunter einen Siebenmeter von Timo Holstein. Am Ende feierten die Hausherren einen 33:25-Heimerfolg.
In der kommenden Woche geht es für den Tabellenzweiten nach Bingen. Der Tabellenfünfte hatte zwischenzeitlich einen starken Lauf, musste sich zuletzt jedoch zwei Mal in Folge geschlagen geben. Umso motivierter werden sie in die Partie gegen die SG Zweibrücken gehen.
Für die SG Zweibrücken spielten:
Damian Zajac (1-53, 10, davon ein Siebenmeter), Dennis Buchner (54-60, 3 davon ein Siebenmeter) im Tor
Samuel Reitz 8, Stephan Jahn 7, Philipp Hammann 4, Nils Wöschler 4/4, Louis Ringle 3, Matteo Weber 3, Ben Oliver Schwindt 2, Julian Weber 2, Nico Graeber, Lukas Kondziela, Martin Leufke