Die Handballer der SG Zweibrücken fuhren am gestrigen Abend in der Westpfalzhalle ihren nächsten Sieg ein und schlugen die VTV Mundenheim mit 32:29 (17:15). In den vorausgegangenen 60 Spielminuten mussten sie allerdings alles geben, um den Tabellenelften zu besiegen. Bester Werfer der Partie war Nils Wöschler mit 12 Treffern, davon 6 per Siebenmeter.
„Ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem heutigen Abend. Das war ein hartes Stück Arbeit gegen einen guten Gegner“, sagte ein sichtlich glücklicher Martin Schwarzwald nach der Partie. Dessen Stimme hatte durch die Partie gelitten. Von den Zweibrückern war gegen die VTV Mundenheim großer Einsatz gefordert, den sie auch gezeigt haben. „Wir wissen, dass wir in jedem Spiel 1000 Prozent geben müssen“, so Schwarzwald. Seine Jungs haben das verinnerlicht. Die Mundenheimer Hornissen, die als Tabellenelfte angereist waren, haben ihnen alles abverlangt. Für viele der zahlreich anwesenden Zuschauer war es kaum zu glauben, dass diese Mannschaft derzeit „nur“ auf dem elften Platz der Regionalliga Südwest steht. „Wir waren gut vorbereitet und wussten, was kommt. Dennoch konnten wir nicht alles umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Das ist aber gegen die starken Mundenheimer auch super schwer“, sagte Schwarzwald. Er spielte damit darauf an, dass der SG-Neuzugang für die kommende Runde, Collin Eden, mit elf Treffern nur schwer aus dem Spiel zu nehmen war. Das galt ebenso für Timo Naas und Tim Schmieder im Rückraum oder Rouven Müller am Kreis. Aber wie so oft in dieser Saison wuchsen seine Jungs über sich hinaus und behielten am Ende die Oberhand.
Der Beginn der Partie war ausgeglichen und von hohem Tempo geprägt. Beide Mannschaften taten sich schwer, in der Verteidigung Fuß zu fassen, und beide Torhüter hatten kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Auf Seiten der Gäste war Rückraumspieler Collin Eden, der bald für Zweibrücken spielen wird, besonders motiviert und prägte das Spiel von Beginn an. Als er in der 10. Minute seinen fünften Treffer erzielte, stand es 5:7. Schwarzwald wechselte in dieser Phase viel und versuchte, den Angriffsfluss der Gäste besser in den Griff zu bekommen. Der Schlüssel hierfür war dann die etwas offensivere Ausrichtung und die Einwechselung von Felix Weinert, der die Offensivbemühungen der Mundenheimer in der Abwehr auf der vorgezogenen Position sichtlich stören konnte. „Felix war heute in der Deckung überragend“, lobte Schwarzwald den A-Jugendlichen. Auch der Torhüterwechsel tat den Rosenstädtern gut: Der für Zajac eingewechselte Norman Dentzer brachte sich mit einigen Paraden gut ein. Insgesamt entschärfte der Routinier elf Bälle in 50 Minuten Spielzeit und war ein wichtiger Faktor für die SG-Handballer. Vor der gut besuchten Westpfalzhalle drehten die Hausherren die Partie und führten nach 22 Minuten mit 13:9, doch die Mannschaft von Steffen Schneider fand ebenfalls Mittel und Wege. Sie profitierte vor allem von dem Wechsel im Tor: Der eingewechselte Sebastian Volk entschärfte schnell drei Bälle. Die Gäste verkürzten so bis zur Halbzeit auf 17:15.
Die in Unterzahl startenden Zweibrücker fanden im Angriff zwar gute Lösungen, ließen ihre Chancen aber ungenutzt und scheiterten am starken Torhüter der Gäste. Die Mundenheimer nutzten dies aus, glichen zunächst aus (17:17, 33. Minute) und gingen wenig später selbst wieder in Führung (18:19, 34. Minute). Bis zur 42. Minute war es eine Partie auf Augenhöhe, in der beide Mannschaften alles gaben und den Zuschauern einen packenden Fight boten. Dann aber schwang das Pendel immer mehr auf die Seite der Hausherren aus, die mit Stephan Jahn einen ganz starken Akteur auf dem Feld hatten. „Was soll man zu Stephan noch sagen? Er war wieder überragend“, so Schwarzwald, der sich auf seinen Leistungsträger im Angriff und in der Abwehr einmal mehr verlassen konnte. Auch wenn sie sich noch nicht wirklich deutlich absetzen konnten, hatten man jetzt immer das Gefühl, die Partie unter Kontrolle zu haben. Daran änderte auch nichts, dass man gleich zwei Siebenmeter liegen ließ. Egal, was die Gäste versuchten, die Jungs um Nils Wöschler, der geschickt Regie führte und selbst viel Verantwortung übernahm, fanden immer Lösungen. Zudem verließen die Gäste allmählich die Kräfte und sie scheiterten gleich zwei Mal per Siebenmeter an Zajac, dessen bloße Anwesenheit sie zu Fehlern zwang. Am Ende freuten sie die Zweibrücker Löwen über einen verdienten 32:29-Erfolg und den zweiten Sieg im zweiten Spiel des neuen Jahres.
Kommenden Sonntag geht es für die Zweibrücker in die „Hölle Süd“ nach Offenbach. Dort ist sich Schwarzwald sicher: „Man bekommt nichts geschenkt.“
Für die SG Zweibrücken spielten:
Damian Zajac (1-10, Sieger bei zwei Siebenmetern), Norman Dentzer (11-60, 11 Paraden, darunter ein Siebenmeter) im Tor
Nils Wöschler 12/6, Stephan Jahn 9, Philipp Hammann 4, Nico Graeber 3, Felix Weinert 2, Samuel Reitz 1, Martin Leufke 1, Lukas Kondziela, Ben Oliver Schwindt, Niklas Bayer, Julian Weber