B-Junioren steigen in die Bundesliga auf

„Überglücklich – am Ende sind emotional alle Dämme gebrochen“

B-Junioren steigen in die Bundesliga auf

Auch Alfred Hitchcock hätte das Drehbuch zum Aufstiegskrimi der Zweibrücker Junglöwen auf ihrem Weg in die Bundesliga nicht spannender schreiben können. Die Schützlinge von SG-Trainer Stefan Bullacher lieferten sich im entscheidenden Spiel des Qualifikationsturniers mit dem TV Nieder-Olm bis in die letzte Sekunde ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“. Zehn Sekunden vor dem Ende erzielte Tom Berger die 16:15-Führung für die Zweibrücker. Als der letzte Wurf der Rheinhessen sein Ziel knapp verfehlte, wurde der Traum vom Aufstieg in die Bundesliga Wirklichkeit. 

Danach gab es im Lager der Westpfälzer kein Halten mehr. Es gab Freudensprünge, Urschreie und Freudentränen, und alle fielen sich überglücklich in die Arme. „Bundesliga, Bundesliga!“ skandierten die Spieler und ihre Fans unüberhörbar in der Budenheimer Waldsporthalle. Ein Tag, an dem die Spieler aller Teams in den 120 Spielminuten ihre psychischen und physischen Grenzen erfahren durften, nahm für die Junglöwen der SG Zweibrücken das erhoffte erfolgreiche Ende. „Das war ein so hartes Turnier für die Jungs. Der Umgang mit Druck, immer gewinnen zu müssen. Die körperlichen Strapazen durchzustehen, Krämpfe und Blessuren auszuhalten. Nach Rückschlägen immer wieder zurück zu kommen. Jetzt sind wir überglücklich – am Ende sind emotional alle Dämme gebrochen“, zollte Trainer Bullacher seiner Mannschaft größten Respekt.

Lange Zeit sah es jedoch nicht nach einem Erfolg für die Junglöwen aus. Denn der TV Nieder-Olm präsentierte sich im Turnierverlauf in bestechender Form. Während sich die Mannschaften aus Zweibrücken, Budenheim und Vallendar mit ganz knappen Ergebnissen gegenseitig die Punkte streitig machten, dominierten die Jungs aus Nieder-Olm ihre Gegner in beeindruckender Manier. Mit 33:20 gegen Vallendar und 24:14 gegen Budenheim ließen sie ihren Konkurrenten nicht den Hauch einer Chance. Zweibrücken hingegen gelang ein knapper 16:14-Sieg gegen Vallendar und sie verloren unglücklich im Siebenmeterwerfen gegen Budenheim. Nach der regulären Spielzeit stand es 22:22 unentschieden. Da im Handball bei Punktgleichheit nicht das Torverhältnis, sondern der direkte Vergleich den Ausschlag gibt, wurde die letzte Partie des Tages zu einem echten Endspiel. Zweibrücken könnte durch einen Sieg mit Punkten gleichziehen und somit auch den direkten Vergleich gewinnen. 

Und das Endspiel blieb an Dramatik nichts schuldig. Beide Mannschaften kämpften aufopferungsvoll gegeneinander und kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Max Hoffmann im Tor der Zweibrücker avancierte mit 16 Paraden zum großen Rückhalt. Am Ende hatten die Zweibrücker das Quäntchen Glück mehr auf ihrer Seite und gewannen knapp, aber nicht unverdient mit 16:15. Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. 

„Heute ist in jedem Spiel ein anderer Spieler aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung über sich hinausgewachsen. Wir sind auch in kritischen Momenten nicht zerbrochen. Unser Zusammenhalt hat uns heute zum Erfolg getragen. Darauf bin ich am meisten stolz“, freute sich SG-Trainer Bullacher über die mannschaftliche Geschlossenheit. 

Durch diesen Erfolg dürfen sich die Fans aus Zweibrücken und dem Saarland in der Saison 2026/27 wieder auf Bundesliga-Handball in der Westpfalzhalle freuen.

Es spielten:

Max Hoffmann, Philipp Schuld und Emil Schumann im Tor, 

Tom Berger, Marco Baas, Maxime Buchheit, Alexander Möller, Hannes Neuhäuser, Ben Ludwig, Jannik Bingert, Lasse Dörr, Mats Jakobi, Manuel Braun, Anton Theis

 

Für die weibliche B-Jugend der SG Zweibrücken ging es einen Tag später am Sonntag auf das Bundesliga-Qualifikationsturnier nach Kastellaun. Im gleichen Modus spielten sie gegen die Spielgemeinschaft Mainz 05/ Nieder-Olm, die HSG Kastellaun/ Simmern und den TV Engers. In den ersten beiden Spielen gegen Mainz und Kastellaun zeigten die Zweibrückerinnen über weite Strecken einen guten Handball und lieferten sich lange ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. In beiden Partien hatten sie in der zweiten Hälfte sogar noch die Führung inne, zeigten in den entscheidenden Phasen aber zu viele Nerven. Das nutzten die Gegnerinnen aus und drehten die Partien zu ihren Gunsten. Am Ende verloren die Rosenstädterinnen die Spiele doch relativ deutlich mit 21:16. Durch den vorherigen Turnierverlauf war das letzte Spiel gegen den TV Engers nur noch ein Zugabespiel. Auch Engers verlor beide Partien gegen Mainz und Kastellaun und hatten somit wie die Zweibrückerinnen keine Chance mehr auf einen Bundesligaplatz. Zum Turnierende hin machten sich die physischen und psychischen Strapazen des Tages auf SG-Seite deutlich bemerkbar. Nach Ablauf der Spielzeit stand es 23:23 unentschieden und es ging ins Siebenmeterwerfen. Das entschieden die Handballerinnen aus Engers knapp mit einem Tor für sich und verwiesen die Löwinnen damit auf den vierten Platz. Mit der verpassten Bundesliga-Qualifikation werden die Rosenstädterinnen demnach kommende Saison wieder in der Regionalliga an den Start gehen. Den direkten Qualifikationsplatz sicherte sich nach einer spannenden Partie gegen Mainz die HSG Kastellaun/ Simmern. Mainz hat nun als Zweitplatzierter noch die Chance, sich in einer bundesweiten Qualifikationsrunde einen Platz in der höchsten deutschen Spielklasse zu erkämpfen. 

Es spielten:

Lena Ganster und Lea Ruppenthal im Tor

Emma Wenzel, Lara Matle, Emma Donnevert, Sumalee Whitely, Mia Hübert, Lotte Baumert, Hanna Galla, Melissa Bettinger, Liah Bies, Polina Smolnikov, Clara Zimmer, Lea Merker

 

Saarlandstr. , 66482 Zweibrücken -49 6332 91014-88 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.